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Super-Rad für den Super-Athleten

Aus der Kleine Zeitung vom 30.05.2006


Manfred Putz will heuer mit neuem Material auf den WM-Titel Ende August in Montreux losgehen.

Nach mehreren Staatsmeistertiteln, dem Vizeeuropameister und zwei Europacupsiegen peilt der Grafendorfer Handbiker Manfred Putz heuer den WM-Titel an. Möglich machen soll es ein neues Superrad mit weniger als elf Kilogramm.

Seit Jahren mischt Putz in der Weltspitze der Handbiker in der Klasse der Querschnittgelähmten ohne Gesäßmuskulatur mit. In der heurigen Saison möchte er es ganz genau wissen. Das Wintertraining war noch intensiver als in den letzten Jahren. Sechs Mal pro Woche schuftete er drei Stunden auf der Walze, dazu kamen drei mal eine Stunde Krafttraining. Seit Anfang März trainiert er täglich auf der Straße. Er hat heuer bisher bereits 7000 Trainingskilometer in seinen Händen. Damit nichts dem Zufall überlassen wird, konnte Putz vor wenigen Tagen dank großzügiger Sponsoren sein neues Superrad in Empfang nehmen. Es kostete 8000 Euro und wurde speziell in Dortmund angefertigt.

Alleine ein Rad mit Speichen kostet 600 Euro. Es ist knapp elf Kilo schwer und besteht nur aus superleichten Materialien wie Karbon, Titan und Aluminium. Es ist damit um fünf Kilo leichter als das alte. Es ist aber nicht nur das Gewicht, das Vorteile bringen soll. "Durch die Spezialanfertigung liege ich noch besser auf dem Rad, es ist weit aerodynamischer, hat einen geraden Radstand und auch die Lauffreudigkeit ist besser als beim alten Modell", freut sich Putz. Ein Pulsmesser, ein Trittfrequenzzähler und viele technische Feinheiten, die Putz jederzeit gut ablesbar auf dem Armaturenbrett hat, erleichtern sowohl beim Training als auch im Wettkampf vieles. Er kann damit jederzeit prüfen, wie sehr er sich am Limit befindet.

Der erste Test verlief äußerst positiv. Im Vorjahr bewältigte er die Strecke von Villach auf den Dobratsch in 2:08 Stunden, heuer schaffte er dieselbe Strecke in 1:55. Deshalb ist auch die Zuversicht vor den ersten Europacuprennen in Hannover und Luzern sehr groß. "Natürlich hat auch die Konkurrenz aufgerüstet, ich fühle mich aber in toller Form und hoffe schon auf einen Stockerlplatz." Der Europacup ist für ihn wichtig, er soll aber nur als ständige Überprüfung der Formkurve für das große Saisonziel, die WM in Montreux Ende August sein. Hier rechnet er sich sowohl im Einzelzeitfahren als auch im Straßenrennen Chancen auf den Weltmeistertitel aus.