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Mallorca 2009

Nachdem der Winter in heimatlichen Gefilden kein Ende nehmen wollte, fiel es auch diesmal nicht besonders schwer, den häusslichen Ofen mit einem zünftigen Trainingslager auf der Radfahrerinsel Mallorca zu tauschen. Ein guter Tausch, wie sich herausstellen sollte.
Nachdem einige Kollegen angesprochen waren und man sich auf das Reiseziel Alcudia im Norden der Insel geeinigt hatte, wurde die Sache bei Bikefriends Schon, dem dort ansässigen Radsportreisen- Anbieter, gebucht. Das Einchecken am Flughafen Paderborn verläuft dank eines Rolli- Services am Infoschalter absolut problemlos. Nachdem man sich dort als hilfesuchend geoutet hat, wird man quasi an die Hand genommen, das Gepäck wird ausgeladen, der Wagen (umsonst!) geparkt, man wird eingecheckt und bis zum Sitz im jeweiligen Ferienbomber gebracht. Ein toller Service! Bei der Ankunft ist das übrigens genauso.
Am Flughafen Palma de Mallorca geht der VIP- Service dann weiter. Dort wird man bereits von Helfern mit gelben Shirts mit aufgedrucktem Rolli- Symbol erwartet, die einen per Elektro- Rolls- Royce zur Gepäckannahme bringen. Hier werden Koffer und Bike angenommen und man wird bis zum Ausgang begleitet. Hier warten dann bereits die netten Mitarbeiter von Bikefriends Schon, die den Transfer zum Hotel übernehmen. Perfekter Service ohne Probleme.
Das Hotel ist das Playa Esperanza direkt am Strand der Playa de Muro. Dieses stellt sich dann auch als recht rollstuhltauglich heraus. Falls etwas hakt, ist man an der deutschsprachigen Rezeption jederzeit behilflich. Die Bikes werden in einem großen, mit Alarmanlage gesicherten Zelt abgestellt, in dem auch die Leihräder untergebracht sind. Hier befindet sich auch die Werkstatt, falls man ein Problem mit der Technik hat.

Nach dem Eintreffen im Hotel am frühen Vormittag wurden in Windeseile die Bikes fahrfertig gemacht, um ja keinen Trainingstag zu verschenken. Der Himmel war blau, die Sonne schien und so gab es für uns kein Halten mehr: die ersten 50 km wurden im Eiltempo abgespult. Herrlich nach den düsteren Wintertagen zuhause! Danach in die Badewanne, ein kleines Nickerchen und dann konnte man sich auf das reichhaltige Büffet stürzen. Nach dem ein oder anderen Bierchen an der Bar und der üblichen Fachsimpelei geht es dann in die Heia, um fit für den nächsten Tag zu sein.
Auch das Früstück ist äusserst vielfältig und nach einem Blick aufs Wetter wurde die Tour für den Tag abgestimmt. Die übliche Runde betrug so um die 80 km, es waren aber auch ein paar "Königsetappen" dabei, die über 100 km gingen (z.B. über Inca und Algaida zum Kloster Randa in 540 m Höhe. Von hier hat man einen traumhaften Blick fast über die ganze Insel). Wer jetzt gedacht hat, das Wetter würde mal schlecht werden, sodass man einen lauen Ruhetag ohne schlechtes Gewissen einlegen konnte, wurde schwer enttäuscht. Man konnte quasi jeden Tag fahren. In der letzten Woche wurde auf der Wetterkarte für die nächsten Tage immer schlechtes Wetter mit Regen vorhergesagt, sodass wir jeden Tag fahren mussten, weil ja am Tag darauf Pause sein sollte. Morgens schaute man dann aus dem Fenster, und siehe da: kein Regen in Sicht, also rein ins Bike und Kilometer machen, solange es trocken blieb. So haben wir uns dann auf ca. 1.000 Trainingskilometer hochgeschraubt.

Falls man sich doch einmal zu dem einen oder anderen Tag ohne Biken entschliessen kann, sollte man sich einen Leihwagen mieten und einmal das westliche Inselgebirge Tramuntana erkunden. Das ist per Handbike eine recht mühselige Angelegenheit und lässt sich motorisiert doch erträglicher gestalten. Da gibt es so nette Orte wie Valldemossa, wo die ganzen Filmstars ihre Fincas haben, Soller oder Andratx, wo der Massentourismus oder die Ballermänner noch keinen Einzug gehalten haben.
Auch eine Fahrt mit der Regionalbahn nach Palma ist eine nette Alternative. Die Bahn ist komplett rollstuhlgerecht und der Bahnhof in Sa Pobla nur ca. 10 km entfernt. Die Endstation in Palma befindet sich direkt unter der Altstadt. Es gibt dort sogar Behindertentoiletten. Und der Hit: die ganze Sache mit Hin- und Rückfahrt kostet unter 10 Euro! Man kann schon einiges unternehmen, wenn man sich vom geliebten Bike trennen kann (ich konnte es diesmal übrigens nicht).

Leider gingen die 2 Wochen auf der Insel viel zu schnell vorbei und jetzt sitzen wir wieder zuhause, das Bike steht auf der Rolle und wir warten, dass auch hier der Frühling Einzug hält. Es dauert vielleicht noch etwas, aber er wird kommen. Ich hab ihn schon gesehen!


Frühligsimpressionen Mallorca