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Handbike-News

Südtiroler Frühlingstouren mit dem Handbike

Autor: Stefan Kretzschmar (www.das-tetrateam.de)

Anfang des Jahres 2017 hatte ich noch ein paar Tage Resturlaub übrig und entschied mich kurzerhand, im März für eine Woche nach Südtirol zu fahren. Anfangs hatte ich Bedenken. Wie sind die klimatischen Bedingungen am Kalterer See zu dieser Zeit? Kann ich dort bereits draussen mit dem Handbike trainieren? Doch meine Zweifel waren unbegründet. Glücklicherweise gab es die ganze Zeit dort ganz viel Sonnenschein und Temperaturen um 20 Grad.

Das Hotel www.masatsch.it

Die wunderbare Hotelanlage befindet sich in Oberplanitzing, einem kleinen Ort oberhalb des Kalterer Sees in Südtirol. Es ist ein rollstuhlgerechtes Integrationshotel. Hier begegnen sich Menschen mit und ohne Beeinträchtigung in angenehmer Atmosphäre. Und es wird deutsch gesprochen. Ich als Tetraplegiker C5/6 konnte mich überall problemlos bewegen. Die Zimmer sind barrierefrei und rollstuhlgerecht. Das barrierefreie Hallenbad verfügt sogar über einen Bade-Lifter. Besonders zu erwähnen ist die ausgezeichnete Küche. Hier gibt es immer leckere Gerichte, die bei Lebensmittel-Unverträglichkeiten auch individuell angepasst werden. Tip: Auf jeden Fall mit Halbpension buchen!

Die Landschaft

Die Gegend um den Kalterer See ist bekannt für sein mildes Klima. Das Terrain ist hügelig. Flache, ebene Strecken findet man ein paar km weiter im Etsch-Tal um Bozen sowie in Richtung Meran. Wer Berge mag, der findet aber auch passende Touren in unmittelbarer Nähe. Das Hotel liegt beispielsweise auf etwas über 500 m ü.M. und nur 1km von der Strasse zum Mendelpass entfernt. Bei der Tourenplanung sollte man bedenken, dass die Wege vom Hotel aus fast immer bergab beginnen. Man rollt nur so dahin und gelangt recht schnell zum Kalterer See, der nur noch auf 200 m ü.M. liegt. Diese ca 300 hhm Aufstieg muss man eigentlich immer für das Ende jeder Tour einplanen. Mit etwas Ortskenntnis findet man aber auch ganz allmählich ansteigende Wege, auf denen man wieder zurück bis zum Hotel gelangt.

Radl- und Handbike-Service

Sehr zu empfehlen ist die Firma www.sanvit.com in Eppan. Vom Hotel aus ist man mit Bike oder Auto in wenigen Minuten dort. Und die freundlichen Mitarbeiter kennen sich sogar mit Handbikes aus.

Handbike-Touren

1. Tag – Um den Kalterer See (15,0 km / 160 hhm)

Vom Hotel fuhr ich ca. 500 m die Hauptstrasse hinauf, dann links abbiegen und über den sogenannten „Weinweg“ bergab durch die Weinberge etwa 3 km bis Kaltern. Durch den Ort und dann wieder kreuz und quer auf den Weinwegen bis zum Kalterer See. Im Uhrzeigersinn um den See. Am westlichen Ufer gab es eine Baustelle mit kleiner Umleitung. Zurück auf der Strasse bis zum Abzweig links nach Tramin (2 km), fuhr ich nach rechts in Richtung Kaltern (8 km). Von jetzt ging es stetig bergan, teilweise war die Steigung für die Übersetzung meines alten Schmickingbikes schon grenzwertig. An einer Bushaltestelle kurz vor Kaltern beendete ich diese Tour. Mit meinem VW Bus ging es zurück zum Hotel.

2. Tag – Erkundungstour Eppan – Kaltern Dorf (30,0 km / 380 hhm)

Vom Hotel ging es diesmal direkt zur Mendelpass-Strasse. Nach 500 m bergab bog ich links ab nach St. Michael. Für eine bessere Orientierung startete ich erstmal eine „Stadtrundfahrt“. Ich war auf der Suche nach dem Bahnhof, denn dort verläuft der Radweg No. 22, eine alte Bahntrasse in Richtung Kaltern Dorf. Nach etwa 4 km auf einer wirklich flachen Strecke erreichte ich Kaltern. Hier steht noch eine Dampf-Lok aus früheren Zeiten. Nun begab ich mich auf die Suche nach einem für mich machbaren Weg zurück zum Hotel. Zuerst ging es zurück nach St. Michael. Nach einigen Irrfahrten fand ich endlich einen angenehmen Aufstieg zurück nach Oberplanitzing. Stolz erreichte ich erstmals wieder das Hotel mit eigener Kraft.

3. Tag – Große Runde Bozen – Auer – Kaltern (35,0 km / 400 hhm)

Diesmal startete ich mit dem VW Bus nach St. Michael zu SANVIT, einem Top Bike-Geschäft! Die Jungs kannten sich sogar mit Handbikes aus. Schnell war meine Schaltung korrekt eingestellt. Weiter ging es mit Kfz in Richtung Bozen. Nach einer AGIP-Tankstelle konnte ich endlich ins Bike. Hier endete eine Baustelle und der Radweg war wieder befahrbar. Von hier fuhr ich mit dem Handbike bergrunter in Richtung Bozen. Der Radweg, eine alte Bahntrasse mit 2 Tunnel-Durchfahrten ist hier wirklich super ausgebaut. Leider wartete in Bozen schon wieder eine Baustelle. Die Suche nach der Umleitung war nervig und kostete mich viel Zeit. Endlich fand ich zum Etschradweg zurück und es ging relativ flach weiter bis Auer. Von dort fuhr ich wieder in Richtung Kaltern. Den Strassen-Anstieg kannte ich ja bereits vom 1. Tag. Doch die Tour hatte mich viel Kraft gekostet. 1 km vor Kaltern Dorf liess ich mich mit dem VW Bus zum Hotel zurückbringen.

4. Tag – Erkundungstour unterhalb Kaltern Dorf (25.8 km / 160 hhm)

Heute war ich mit Betty und Amerentia unterwegs. Die beiden kennen sich hier aus und sollten mir noch ein paar handbikegerechte Wege zeigen. Vom Hotel ging es über die Mendelpass–Strasse nach St. Michael. Dann weiter über Radweg No. 22 bis nach Kaltern Dorf. An der Stelle, wo links die alte Dampf-Lok steht, geht es scharf rechts steil bergab in Richtung Auer. Wir blieben aber etwas oberhalb vom Kalterer See und kletterten dann stetig bergan durch die Weinwege bis Kaltern Dorf. Von dort ging es über No. 22 zurück nach St. Michael. Die Strecke über Untere Gant und Mendelpass-Strasse bis zum Hotel Masatsch bedeutete nochmal 1.5 km Anstieg. Erschöpft aber glücklich erreichten wir das Hotel.

Die Handbike-Woche im Hotel Masatsch war eine tolle Aktion! Es hat viel Spass gemacht. Ich komme gerne wieder …


Ein Kommentar

  • Stefan kommentierte am 21. Mai 2017

    Vielen Dank Veit!
    Dieser Ort ist wirklich empfehlenswert!
    Liebe Grüße,
    Stefan

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