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Mit dem Mountainbike durch das Hochsauerland

Letztes Wochenende war es wieder soweit und ich musste als alter Straßenfahrer mein Mountainbike entmotten. Andy Künkler und Friedhelm Müller hatten am letzten Juliwochenende zum Medica MTB Wochenende in Winterberg geladen. Als Unterkunft diente uns das „Haus des Behindertensports“ in Langewiese, welches aber unbegreiflicherweise im Herbst 2018 geschlossen werden soll. Schade eigentlich, gerade weil es in der Region so gut wie keine Alternativen gibt. Das Haus ist komplett behindertengerecht eingerichtet und bietet so eine optimale Ausgangsbasis für lange Touren durch die sauerländischen Wälder. Der kahle Asten, mit 843 Metern die zweithöchste Erhebung des Sauerlandes, ist nur wenige Kilometer entfernt und bietet immer ein lohnenswertes Ziel.

Nachdem ich letztes Jahr nur mit einem notdürftig zusammengebastelten Bike angereist war und mit Rennreifen und Rennradbremsen vorn doch das eine oder andere Mal an die Grenzen stieß, hatte ich im Winter nochmal etwas gebastelt und eine breite Gabel mit Scheibenbremsaufnahme und Cantileversockeln montiert. Dazu gab es dann eine hydraulische Magura Scheibenbremse und eine ebenfalls hydraulische Felgenbremse. Dann noch ein ordentlicher 60er Mountainbikereifen für Grip und etwas mehr Bodenfreiheit und die Sache konnte starten.

Am Freitag fanden sich so 10 Handbiker in Langewiese bei Winterberg ein. Nachdem die Zimmer bezogen waren, ging es dann auch gleich auf die Eröffnungstour von ca. 25 km mit 450 Höhenmetern. Nachdem wir eine kleine Kaffeepause auf dem Kahlen Asten eingelegt hatten, fuhren wir zurück zur Unterkunft und liessen den Tag gemütlich ausklingen.

Am nächsten Tag stand dann die große Tour über 4 Stunden mit Mittagspause auf dem Plan. Diese wurde von 6 Fußgängern mit Mountainbikes begleitet. Vorgesehen waren 40 km und einige Höhenmeter. Nach der Mittagspause haben wir uns leider etwas verfahren und mußten eine 10 km Runde zusätzlich fahren. Nachdem wir dann noch mit Schiebehilfe die letzte heftige Steigung überwunden hatten, waren wir nach 7 Stunden im Bike wieder zurück in Langewiese. Insgesamt haben wir 50 km mit etwas über 900 Höhenmetern in heftigem Gelände mit aufgeweichten Forstwegen zurückgelegt. Die letzten Bilder zeigen das Resultat dieser Anstrengungen dann auch eindrucksvoll. Kurz: wir sahen alle aus wie Sau. Der angedachte Abstecher zum Schützenfest nach dem Abendessen entfiel dann auch, da wir am nächten Tag noch eine Abschlußrunde drehen wollten.

Sonntag wachten wir dann bei herrlichstem Wetter auf, was in dieser Region nicht unbedingt selbstverständlich ist und machten uns auf zu einer schönen Runde von fast 30 km mit ca. 500 Höhenmetern. Danach die Bikes saubermachen und das WE war schon wieder Vergangenheit. Wir haben aber alle beschlossen, dieses Erlebnis nächstes Jahr zu wiederholen. Es ist immer wieder faszinierend, wie das Handbike den Aktionsradius eines Rollstuhlfahrers erhöhen kann. Vor einigen Jahren hätte ich nie gedacht, dass ich so durch den Wald fahren würde. Tolle Sache!

Vielen Dank an Andy Künkler, Friedhelm Müller und die Firma Medica für die Organisation dieses Events!

 

Bilder von Matthias Drexler:

 


4 Kommentare

  • Erika kommentierte am 1. August 2017

    Man sieht, dass es allen Spaß gemacht hat. Tolle Bilder mit gut trainierten Bikern die zeigen, was man mit Mut und Einfallsreichtum erreichen kann. Ganz wunderbar!!!!!! Erika

  • Eifel Peter kommentierte am 1. August 2017

    Das muss eine coole Truppe gewesen sein mit genauso coolen Bikes.

    Was ich mich nur frage als ich die Bilder gesehen habe:

    Warum ist bei fast allen Mountainbikes die Rückenlehne so niedrig? Bei den meisten Straßenbikes hat man mit den Schulterblättern noch Kontakt zur Lehne.

    Ich habe nach langem Probieren meinem Praschberger Speedbike eine Schmicking Rückenlehne verpasst. Die originale war mir zu kurz und ich habe mich bei Steigungen oder anstrengenden Wegpassagen immer mit dem Rücken über die Rückenlehne gedrückt und es ging viel Kraft verloren.
    Meine Lähmungshöhe ist BWK 7/8.
    Seitdem ich die höhere Lehne habe,kann ich um einiges besser fahren.

  • Thomas Wagner
    Thomas Wagner kommentierte am 2. August 2017

    Hi Peter, stimmt. War schon witzig mit so einer großen Truppe im Wald. Einige Teilstücke wäre ich auch allein nicht gefahren.
    Zur Rückenlehne: soweit ich das mitbekommen habe, kann man da bei Praschberger jetzt auch etwas höheres bekommen. Haben ja auch einige dran.

  • Handbike-andi kommentierte am 2. August 2017

    Bravo,
    schöner Bericht mit aussagekräftigen Bildern.
    Macht einfach Spass in der Gruppe solche Fahrten zu unternehmen.
    Das Hochsauerland scheint die ideale Gegend für solche Touren zu sein.

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