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Eifelei

Der Filmbeitrag über den Maare-Mosel-Radweg, den im Frühjahr @pitcook im Forum verlinkt hatte, war für mich der letzte Anstoß, nun endlich mal die Eifel zu besuchen. Dieses Mittelgebirge an der Grenze zu Belgien schien für mich bergeliebenden Handbiker genau die richtige Alternative zum sonst üblichen alljährlichen Alpenurlaub zu sein.

Geplant war eine Zweiteilung der Touren. Zuerst wollte ich die Vulkaneifel, also den südlichen Teil der Eifel, im Handbike erkunden. Der zweite Teil des Urlaubs galt dann dem Gebiet im Norden rund um den Nationalpark Eifel. Was ich ursprünglich gar nicht auf dem Radar hatte, sich aber als eine echte Bereicherung herausstellte, war das sehr gut ausgebaute Radwegenetz in Ostbelgien und hier vor allem im Hohen Venn.

Unterwegs in Belgien auf dem Venbahn-RadwegPerfekt für die Vorbereitung und zugleich ungemein motivierend, ermöglichten mir die ausgezeichneten Informationsportale der regionalen Tourismusverbände von Eifel und für Ostbelgien einen umfassenden Überblick zu möglichen und lohnenswerten Zielen bzw. Strecken. Hierbei stellte ich erfreut fest, daß es neben den Maare-Mosel-Radweg auch eine ganze Anzahl weiterer Bahntrassenradwege in der Eifel sowie im westlichen Nachbarland gibt. Besonders der Vennbahnradweg sowie die Radtrasse auf der Strecke der ehemaligen Vennquerbahn erwiesen sich als echte Knüller.

Einmal mehr bestätigte sich, daß einige Touren im Mittelgebirge vom konditionellen Anspruch her in nichts den Strecken im Hochgebirge nachstehen. Im Gegenteil: so mancher Ausflug forderte mich mehr wie eine Paßfahrt. Dabei mußten zwar nicht auf beispielsweise 20 km am Stück mehr als 1500 Hm bewältigt werden, doch das häufige Auf und Ab bis zum letzten Kilometer ließ das Höhenmeterkonto ebenso eindrucksvoll anschwellen. Ganz abgesehen von etlichen recht kurzen, doch garstigen Rampen. Vielleicht ist dies sogar die größte psychische Herausforderung, wenn man nach der Hälfte der Tour sich nicht – wie häufig in den Alpen – nur noch bergab rollen lassen kann, sondern bis zum Ende immer mit Überraschungen rechnen muß.

Trotzdem – und das will ich an dieser Stelle ausdrücklich hervorheben – gibt es in der Region auch ausreichend Potential für Handbiker, die es nicht so bergig mögen. Besonders die schon genannten Radwege auf den Bahntrassen sind aufgrund der Streckenführung weitab von den Kraftverkehrsstraßen sowie den geringen und konstanten Steigungswerten nahezu optimal selbst für Tetras. Daß sich diese Abschnitte ebenso für ein leistungsorientiertes Training eignen, brauche ich wohl an dieser Stelle nicht extra zu erwähnen. Man denke dabei nur an den Abschnitt der Vennbahn von Kornelimünster nach Lammersdorf, wo auf 25 km 300 Hm mittels der ganz gleichmäßig ansteigenden Bahntrasse überwunden werden (s. Track, km 74,4 – 100,4). Wer dort zügig hochkommt, ist auch auf der Flachstrecke richtig schnell.

Blick vom Aussichtspunkt Hirschley über die RurtalsperreNeben all den Aktivitäten im Handbike gibt es in der Eifel auch genügend Möglichkeiten zum Sightseeing an einem Ruhetag. Wärmstens empfehlen kann ich dabei den sogenannten „Barrierefreien Natur-Erlebnisraum Wilder Kermeter“ im Nationalpark Eifel. Der Ausflug zum Aussichtspunkt „Hirschley“ ist beispielsweise auch sehr gut mit einem Adaptivhandbike möglich. Auf den wenigen Metern hinab zur Aussicht gibt es allerdings ein paar enge Kehren, die mit einem Touren- bzw. Racehandbike nicht zu schaffen sind. Weiterhin empfiehlt sich unbedingt auch ein Abstecher zur ehemaligen Ordensburg der Nazis „Vogelsang“. Hier kann man nicht nur Geschichte hautnah erleben oder das Nationalpark-Informationszentrum besuchen, sondern hat auch einen schönen Ausblick auf die Umgebung.

Auch wenn ich mir unter „Vulkaneifel“ eine ganz andere Landschaft vorgestellt hatte, enttäuscht wurde ich trotzdem nicht. Auf sieben verschiedenen Touren habe ich die Eifel und Ostbelgien großräumig erkundet und dabei 863 km und über 10.500 Hm absolviert. Höhepunkte im sprichwörtlichen Sinn durften dabei nicht fehlen. In der Eifel war es die Hohe Acht mit 747 m, wo ich erst auf den letzten 20 m unter dem Gipfel vor einer 30+%-Rampe kapitulieren mußte (s. Beschreibung des Gipfelwegs auf Quaeldich.de – ganz unten), im Hohen Venn der Mont Rigi mit dem Signal de Botrange, übrigens mit 694 m der höchste Punkt von ganz Belgien.

Im nächsten Jahr geht es dann wieder höher hinaus.


Ein Kommentar

  • Peter kommentierte am 5. August 2017

    klasse Bericht ,besser hätte man die Eifel nicht präsentieren können . Hast mich motiviert, wenn ich gesund bin diese Tour auch mal zu fahren .

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