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Ende der Marathoninklusion in Hamburg für die Rollifahrer

Nach über 30 Jahren müssen wir als Behindertensportler diese Tatsache hinnehmen.

Vom Veranstalter aus dem Hauptrennen rausgenommen ohne Rücksprache mit dem Handbikekoordinator, einfach so, sind ja nur ein Beiwerk, das für`s Image gut ist

aber irgendwie doch stört im Gesamtwerk der Vermarktungsstrategie.

Nun habe ich persönlich einige gute Erfahrungen beim Hamburg Marathon gemacht:

1987 zum ersten mal dabei, konnte ich zwei Jahre später die Rolliwertung gewinnen.

Das Erlebnis vergesse ich nie. Die Einfahrt ins Ziel von den Zuschauern begeistert gefeiert, die Interviews fürs NDR- Radio , die Siegerehrung anschließend in der Messehalle vor einer Zuschauermenge die mir stehend applaudierte, – die Erinnerung daran verursacht noch heute eine Gänsehaut bei mir.

Nach über 20 Teilnahmen mit Rolli und Handbike am Marathon ist das nun alles Geschichte,

und fühlt sich für mich nicht richtig an.

Es ist ein Rückschritt im Bestreben des Miteinander von Sportlern mit und ohne Behinderung.

Meiner Meinung hat mal wieder der Kommerz gesiegt, und das ist ein Armutszeugnis für die

Sportstadt Hamburg.

 

Friedhelm Müller

Team Medica


2 Kommentare

  • Jörg Gerken kommentierte am 16. September 2017

    Sehr geehrte Organisatoren,

    kürzlich habe ich mich mit gehöriger Verstimmung als Handbiker beim neuen Halbmarathon angemeldet. Als Sportler mit Behinderung fühle ich mich von Ihnen an den Rand gedrängt und auf einen Nebenschauplatz verschoben.
    Die Gründe dafür sind keinem Handbiker oder Rolstuhlsportler klar geworden. Soll so etwa Inklusion bei Ihnen aussehen ?
    Jahrelang gab es ein einhelliges Nebeneinander von behinderten und nicht behinderten Marathonteilnehmern in Hamburg. Warum dies nicht mehr möglich sein soll
    versteht niemand.
    Der Alleingang bei der Planung ohne die Organisatoren der Handbike-Trophy wird zwangsläufig zu sehr niedrigen Anmeldezahlen führen. Vermutlich ist es ja genau das was Sie anstreben, um im nächsten Jahr gar keine behinderten Sportler mehr teilnehmen zu lassen.
    Für mich persönlich ist Ihre Entscheidung ein sehr grosser Schritt zurück bei der Gleichbehandlung von behinderten Menschen.
    Wissen Sie denn gar nicht wie wichtig solche Veranstaltungen für jeden Handbiker oder Rollstuhlfahrer sind als Motivation gegen tägliche Schmerzen und Einschränkungen
    als behinderter Mitmensch ?
    Sie können sich wahrscheinlich gar nicht vorstellen was es für mich bedeutet hat wieder am Start des Hamburg-Marathon zu stehen nachdem ich an multipler Sklerose erkrankt bin und ich bereits 16 mal als Läufer teilgenommen habe. Denken Sie doch mal darüber nach…. Jörg Gerken aus Lübeck

  • Jörg Gerken kommentierte am 20. September 2017


    Diese Nachricht wurde von meinem Android Mobiltelefon mit GMX Mail gesendet.
    Am 19.09.2017, 21:56, Frank Thaleiser schrieb:
    Sehr geehrte Herr Gerken,
    ihren ersten Unmut kann ich durchaus verstehen und möchte versuchen ihnen die Umstände
    zu erklären.
    Damit wir ein Hanndbikerennen anbieten können müssen wir als Laufveranstalter den wirtschaftlichen Rahmen
    schaffen um eine Laufveranstaltung durchführen zu können. Das erreichen wir auf der einen Seite über Sponsoren und
    auf der anderen Seite über die Startgelder der Läufer. Von den 20 größten Marathonläufen in Europa bieten 10 Veranstalter
    Sideevents mit kürzeren Streckenlängen an. Bis auf die ganz großen Veranstaltungen, die meistens in den Hauptstädten stattfinden, benötigen die Marathons aufgrund gestiegener Kosten für die Organisation und Sicherheit alle zusätzliche Einnahmen, da diese Kosten nicht an die Läufer weitergegeben werden können.
    Wir in Hamburg haben uns sehr lange darüber Gedanken gemacht, ob und wie wir eine solche Maßnahme für uns lösen können.
    Im letzten Jahr haben wir einen zusätzliche Frauenlauf im Marathon integriert. Dabei konnten sich zwei Frauen den Marathon teilen.
    Obwohl wir die Veranstaltung nicht beworben haben waren fast 1000 Frauen am Start. Kritik kam dann von den Männern, dass sie von diesem Wettbewerb ausgeschlossen waren, Kritik kam aber auch von den Marathonläufern das es auf der Strecke zu viele Läufer gibt die nicht den Marathon laufen.
    Aufgrund unsere Beobachtungen die wir bei anderen Läufen gemacht haben, kam nur eine Lösung in Frage die:
    – keine größere Belastung für Anwohner und der Polizei mit sich bringt
    – eine Entlastung des Hauptlaufes mit nicht Marathonläufern
    Daraus erfolgt ist ein eigenständiger Halbmarathon, mit 3.333 Läufern, einer eigenen Startzeit und einem eigenen Start- und Zielbereich.
    Mit dieser Maßnahme sehen wir uns in den kommenden Jahren sehr gut aufgestellt dem verändertem Laufverhalten der Teilnehmer zu entsprechen und wirtschaftlich so aufgestellt sind das die Preise nicht erhöht werden müssen.
    Bei allen Anforderungen die an uns gestellt werden, Preise nicht zu erhöhen, weniger Sideevents im Marathon, eine kürzere Strecke nicht nur für Frauen anzubieten, einen Handbikemarathon im Marathon, nicht mehr Belastung für Polizei und Anwohner etc., sind überall Kompromisse notwendig und auch gemacht worden. Unser Bestreben war und ist es die Handbiker und andere Menschen mit Behinderung auch weiterhin am Marathonwochenende in Hamburg einzubinden.
    So ermöglichen wir am Vortag beim „Zehntel“ die Teilnahme der Special Olympics, rollstuhlfahrende Kinder und wohl auch im kommenden erstmalig den Start kleinwüchsiger Kinder auf einem Roller. Immer versuchen wir im Rahmen des Machbaren eine Lösung zu finden. Bei den Handbikern war die Lösung des Machbaren einen Halbmarathon anzubieten und das möchte ich ihnen gerne auch erklären warum.
    Bisher sind die Handbiker 5-10 Minuten vor dem Marathon gestartet und die schnellsten Marathonläufer haben auf der Strecke die langsamsten Handbiker überholt. Die schnellsten waren aber eindeutig vor jedem Läufer im Ziel. Wenn wir jetzt die Handbiker vor dem Marathon starten lassen würden, fahren die schnellsten Handbiker in das Feld der seit 50 Minuten laufenden Halbmarathonläufer. Das ist ein absolutes Sicherheitsrisiko für den Läufer wie auch für den Handbiker.
    Würden wir die Handbiker 10 Minuten vor dem Halbmarathonläufern für einen Handbikemarathon starten lassen, muss der gesamte Innenstadtbereich von Km 15 bis Km 37 ca. 1,5 Stunden vorher gesperrt werden. Die Akzeptanz dieser Maßnahme bei den betroffenen Anwohnern, für 70 Teilnehmer die Straßen so weit im Vorfeld des Marathons zu sperren, dürfte gegen Null tendieren.
    Der Kompromiss ist der Halbmarathon. Das Argument das diese mit 3.333 Halbmarathonläufern an den Rand gedrängt werden kann ich nicht nachvollziehen. Das der Start der Halbmarathonläufer ebenfalls aus der Straße an den Kirchhöfen erfolgt, garantiert einen vollen Start/Zielbereich und bisher hat sich noch kein Halbmarathonläufer darüber beschwert.
    Für Fragen stehe ich gerne jederzeit zur Verfügung.
    Beste Grüße
    Frank Thaleiser
    Geschäftsführer
    Marathon Hamburg Veranstaltungs GmbH
    Fuhlsbüttler Straße 415 a
    22309 Hamburg
    GERMANY
    Fon: +49 40 – 69 63 51 86
    Fax: +49 40 – 84 30 46 43
    Mail: thaleiser@marathonhamburg.de
    Handelsregister HRB 116434 des Amtsgericht Hamburg
    Steuernummer 17/837/01622
    Geschäftsführer: Frank Thaleiser

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