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Jahreswechsel in Oberbayern

Vor ziemlich genau zwei Jahren wurde ich zur in regelmäßigen Abständen beantragten Reha (Kur) nach Oberbayern geschickt. In der Region gibt es zahlreiche Kliniken, von denen wohl vor allem die BG Unfallklinik in Murnau bekannt sein dürfte. Natürlich hatte ich neben dem Langlaufschlitten auch mein Handbike mitgenommen. Doch auch wenn dort gerade zu dieser Zeit der Schnee Mangelware war, auf Rädern kam ich umso besser voran. Jetzt ist die richtige Zeit, euch das Gebiet vorzustellen.

Am WalchenseeVermutlich werden die meisten an lange, kraftraubende Anstiege und große Höhenunterschiede denken, wenn sie an die Gebirgsmassive der Alpen und ihre Ausläufer im südlichen Bayern denken. Das will ich allerdings so nicht stehen lassen. Zwar schweift unterwegs der Blick – beispielsweise von Garmisch-Partenkirchen zur Zugspitze – hinauf bis zu fast 3000 m Seehöhe. Doch das Gelände, in welchem man sich im Handbike bewegt, ist hinsichtlich des Streckenprofils erstaunlich moderat. Für alle Handbiker gibt es hier genügend Möglichkeiten zu sportlicher Betätigung, und die großartige Landschaft gibt’s gratis dazu.

Neben der Fotogalerie am Ende des Beitrags habe ich auf dieser Karte mal alle Bilder geographisch verortet und außerdem (aus meiner Sicht) interessante Tourenziele bzw. Sehenswürdigkeiten zusammengefaßt.

Hier kommen zusammenfassend ein paar Tips für Ausflüge im Handbike, die unbedingt dazugehören:

Hoher Peißenberg: Idealer Aussichtspunkt, von dessen Gipfel sich nach Süden ein großartiges und umfassendes Panorama auf die Bayerischen Alpen bietet. Allerdings will der Berg erkämpft sein, denn von seinem Fuß aus müssen über 350 Höhenmeter bezwungen werden, bis man ganz oben ist.

Kochel- und Walchensee, verbunden durch die Kesselbergstraße: Beide Seen liegen sehr malerisch, der tiefergelegene Kochel vor den Bergen, der legendenumwobene Walchensee (Nazigold-Versteck?) inmitten darin unterhalb des Herzogstands. Die zweihundert Meter Höhenunterschied zwischen beiden Seen werden zur Energiegewinnung durch Wasserkraft genutzt, doch statt des direkten Weges führt die Kesselbergstraße windungsreich mit vielen Kehren nach oben. Für alle Bergfahr-Aspiranten ist das eine nahezu optimale Strecke, um Lust auf diese Spielart des Handbikens zu bekommen. Die Steigungswerte sind nämlich durchweg moderat, die Streckenführung sehr abwechslungsreich. Allenfalls sollte man sich Wochentage für eine Befahrung aussuchen, denn auch Motorrad- und Autofahrer lieben diesen Abschnitt.

Achenpaß (941 m), Wechsel (1031 m) und Spitzingsattel (1129 m): Für Pässejäger gibt’s hier natürlich auch Futter. Während der Achenpaß keine ernstzunehmende Herausforderung darstellt, müssen Handbiker bei den Auffahrten auf den Wechsel aus Richtung Rottach-Egern am Tegernsee bzw. von Neuhaus unweit des Schliersees auf den Spitzingsattel wesentlich mehr Interesse zeigen. Die Mautstraße über den Wechsel ist jedoch sehr verkehrsarm, und der empfehlenswertere Anstieg auf den Spitzingsattel führt aus Richtung Süden über den Spitzingsee.

Mittenwalder Straße ab GAP, Wallgau / Krün sowie oberes Isartal: Landschaftlich herausragend und – man höre und staune – konditionell nicht zu anspruchsvoll! Einzig die stark befahrene Bundesstraße B2 nervt, doch dabei gibt es wenigstens einen gut ausgebauten straßenbegleitenden Radweg. Die Ortschaften Krün und Wallgau liegen sehr malerisch in einer großen Talweitung nördlich von Mittenwald. Ab Wallgau führt dann auch ein wunderschön zu fahrendes Maut- und daher gering frequentiertes Sträßchen durch das sonst siedlungsfreie obere Isartal nach Vorderriß.

Neben Kochel- und Walchensee auch Starnberger und Tegernsee: Die Umrundung des Starnberger Sees wurde hier auf Handbike.de schon einmal beschrieben. Ein Teil der Radtrasse führt dabei jedoch auch über ungeteerte, teils holperige Abschnitte, z.B. zur Votivkapelle von König Ludwig II. von Bayern an der Unglücksstelle. Außerdem können Tegernsee und Walchensee auf Radwegen bzw. Mautstraßen umrundet werden. Meine Empfehlung: Rund um den Walchensee, denn dort ist man der Natur am nächsten.

Moore im Voralpenland: Für Offroad-Fans sind die gut ausgeschilderten Radpisten durch die Attenloher Filzen sowie die ausgedehnten Moore im Verlauf der Loisach interessant. Bei meiner Befahrung hatte ich jedoch den Eindruck, daß manchmal Bodenfrost durchaus vorteilhaft für’s Vorwärtskommen war.

Mir hat es über den Jahreswechsel 2015 / 2016 im Schatten der großen Berge jedenfalls ausnehmend gut gefallen. Vor allem in Verbindung mit den stationären Rehamaßnahmen war das für mich der perfekte Jahresabschluß. Im späten Frühjahr ist es vermutlich dort noch angenehmer. Ein letzter Tip zusätzlich für die Skilanglauffahrer unter euch: In Jachenau gibt es zur Winterszeit ein gut präpariertes, ausgedehntes Loipennetz, welches über viele Kilometer ohne nennenswerte Steigungen im breiten Talgrund des Jachen angelegt wird.

Euch allen einen entspannten Jahreswechsel und eine erfolgreiche Saison 2018!


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