• Bad Hindelang, Rettenschwanger Tal, Wankhütte und über den Yellow-Banana-Trail des Bikeparks zurück ins Tal. Eine geniale MTB-Tour bis zum Fuße der Nebelhorn-Nordwand, eingekesselt von den imposanten, karstigen Felswänden der hochalpinen Allgäuer Bergwelt.
    Profil: 27km, steil, 1100 Höhenmeter
    Region: Deutschland, Bayern, Allgäu-Bayerisch Schwaben, Sonthofen, Bad Hindelang
    Belag: Asphalt, Feldweg, Kies/Schotter, Offroad
    Verkehr: Für Kraftverkehr gesperrte Strecke, Wenig befahrene Straße
    Geeignet für: Mountain-Handbike, Tourenbike
  • Im Mittelalter war die Hindelanger Gegend noch so eine Art Mini-Ruhrgebiet. Die Erze des Ostrachtals wurden verhüttet, Schmelzwerk und Waffenschmiede machten Hindelang und Oberdorf zu einer der bedeutendsten Regionen der Rüstungsindustrie. Die Alpe Mitterhaus ist heute noch ein Zeitzeuge dieser Geschichte, ebenso wie der Name des Ausgangspunktes unserer Tour: Der „Gruebe Parkplatz“. Hier sammelten sich die Bergarbeiter vor dem gemeinsamen Aufstieg zur Arbeit und rasteten am Ende eines harten Arbeitstages. Hier beginnt unsere Tour:

    Auf dem Wirtschaftsweg zum Horn Café geht es gleich ordentlich zur Sache. Hier ist das Sträßlein sehr gut asphaltiert. Vorbei an der Hornkapelle lässt die Steigung allmählich nach. Bis zum Mitterhaus ist es sogar eben und leicht abschüssig. Stets werden wir von einem Gebirgsbach namens Bsonderach begleitet. Zweimal gilt es diesen zu überqueren. Je nach Jahreszeit und Wetter führt die Bsonderach mal mehr oder weniger Wasser. Das könnte dann schon zu einem kleinen Problem werden (siehe Fotostrecke). Bei der ersten Überquerung kann man noch auf einem schmalen Steg wechseln ohne dass der Popo nass wird. Jetzt neigt sich die zunehmend schlechter werdende Piste immer steiler in den imponierenden Talkessel. Linker Hand der Große Daumen, vor uns das gewaltige Bergmassiv des Nebelhorns und rechts der Entschenkopf. Noch einmal müssen wir den Gebirgsbach durchfahren. Die aus den Felswänden herunterstürzenden Bächlein (oder besser Wasserfälle) speisen die Bsonderach – je nachdem kann man gut erahnen wie der Wasserstand sein wird – kein Wasser, ein Rinnsal, handtief oder mehr? Nach der Bachdurchfahrt steigt auf grasbewachsenem Rollsplitt der Weg wieder an, eine letzte Serpentine und wir haben den oberen Talkessel erreicht. Das allerletzte Wegstück zur Wankhütte (auch Entschenkopfhütte genannt) wird nun zu einer schottrigen Holperbahn. Es lohnt sich weiter zu fahren. Eine wunderbare Stille umfängt einen hier oben. Manchmal hört man Murmeltiere pfeiffen und kann Gemsen in den Felswänden beobachten. Eines der wenigen Adlerpaare Deutschlands hat hier noch sein Revier. Ein mitgenommenes Picknick wäre perfekt, denn die Hütte ist unbewirtschaftet.

    Wer den besonderen Nervenkitzel sucht, den erwartet aber das absolute Bike-Highlight erst noch.
    Auf dem selben Weg zurück zweigt unterhalb des Horn Cafés die Route links ab zur Hornalpe und hinauf zur Gipfelstation der Hornbahn. Nicht mal zwei Kilometer und nur 350 Höhenmeter – Spaß beiseite – ganz schlechter Straßenbelag und sehr steil geht es hier hoch. Viehgatter können den Weg versperren. Wir wollten unbedingt da hinauf, dachten der Trail „Yellow Banana“ ist nicht mehr als ein Forstweg, links und rechts davon ein paar Sprünge für die Trailfahrer. Ja dachten wir – falsch gedacht. Der 3,5 Kilometer lange Downhill stürzt 500 Höhenmeter auf einer immer wieder tief aufgekiesten Piste ins Tal hinab. Mit Begleitung von Susi, unserer Sporttherapeutin, fühlten wir uns nicht ganz so mulmig. Nach ein paar hundert Metern hat man dann aber den Dreh heraus, schwimmt auf dem Schotter, der aber irgendwie auch eine Bremswirkung hat. Nach mehr als einer Stunde Abfahrt hatten wir überglücklich den Trail geschafft.
    Fahrt das ja nicht ohne Begleitung nach!
  • Treffpunkt
    Bad Hindelang, Gruebe-Parkplatz an der Ostrach
    Hinweis
    * ACHTUNG: Viehgatter können den Weg versperren, zweimal muss man durch den Gebirgsbach und die Trail-Strecke kann man nur bergab fahren.
    * E-BIKER: Ein Akku reicht gerade so aufgrund des Streckenprofils, ggf. Ersatzakku mitnehmen und wegen der Bachüberquerungen Elektrik wasserdicht halten.
  • Hinweise und Tipps
    Wankhütte (Entschenkopfhütte unbewirtschaftet)
    Verpflegung & Hygiene
    Cafe, Wasserspender/Trinkwasserbrunnen
  • Nepomuck
    Erstellt von Nepomuck am 16.08.2017 um 17:45 Uhr
    Geändert am 18.08.2017 um 09:00 Uhr
    Bisher 210 mal gelesen, zuletzt am 23.09.2017 um 12:10 Uhr