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Ratgeber Handbike 2013/14 - Übersicht und Vergleich aller AdaptivHandbikes (in Deutschland)

Das Thema wurde bisher 2104 mal aufgerufen, die letzte Antwort ist vom 31.03.2014 um 12:48:47 Uhr.
Es gibt insgesamt 2 Beiträge von 2 unterschiedlichen Personen.
  • Ratgeber Handbike 2013/14 - Übersicht und Vergleich aller AdaptivHandbikes (in Deutschland)

    TONI

    Diese Übersicht soll es erleichtern, ein passendes Handbike je nach individuellem Bedarf zu finden.
    Ein effektives Handbike sollte folgende Kriterien erfüllen:
    Schnelle Ankupplung des Fahrrads an den Rollstuhl
    Festigkeit der Verbindung von Rollstuhl und Handbike, um alle Antriebskraft in Bewegung umzusetzen
    Langlebigkeit, sodass man nach 50000Km immer noch den gleichen unbeschädigten Rahmen hat
    hohe Qualität der Anbauteile, um möglichst selten Verschleisteile wechseln zu müssen!
    Wendigkeit
    Geringes Packmaß und Gewicht
    Tipps zur Anschaffung eines Handbikes:
    Zunächst solltet Ihr entscheiden wie Ihr das Fahrrad benutzt: Wollt Ihr Spazieren fahren, oder sportlich fahren. Für
    Handbike Sport empfiehlt sich ein Starr-Rahmen Rollstuhl um eine Starre/Feste Verbindung zwischen Rollstuhl und
    Rad zu haben, damit die Kurbelkraft direkt auf das Vorderrad geht.
    Rad zum Spazieren Fahren: 20“ Rad, 7 oder 9 Gang Nabenschaltung mit Planetengetriebe.
    Rad zum Ausfahren (circa 30-40km): 26“ Rad, 11 Gang Shimano oder 14 Gang Rohloff Speedhub Nabenschaltung.
    Rad für den Sport (circa 40-60km): 26" oder 28“ Rad, 3x9 oder 3x10 Kettenschaltung. Kettenblätter oben 20-32-48
    Zähnen. Kassette unten 12-34 oder 11-36 Zähnen.
    Die Handbikehersteller helfen Euch mit der Kostenübernahme der Krankenkassen. Im Querschnittgelähmten-Zentrum
    Boberg (Hamburg) gibt es dazu noch ärztliche Begründungsschreiben.
    Bevor Ihr Euch für ein Fahrrad entscheidet, solltet Ihr einige Probegefahren sein und Euch Vor- und Nachteile erklären
    lassen.
    Schriftlich solltet Ihr vorab klären, wer für die Reparaturen zuständig ist, damit Ihr Garantieansprüche nicht verliert,
    wenn Ihr eine Schraube an seinem Bike dreht.
    Bei Kassenübernahme unbedingt klären was Euer Sanitätshaus an Reparaturen leistet und was der
    Außendienstmitarbeiter oder das Werk des Herstellers leistet, denn Ihr dürft selber nichts am Hilfmittel reparieren.
    Wenn Euch ein Schaltzug kaputt geht, oder ähnlich kleine Reparaturen anstehen, dann sollte das Sanitätshaus vor Ort
    zuständig sein und kein Außendienstmitarbeiter, der nach Ewigkeiten mal vorbei kommt. Je mehr das Sanitätshaus
    leistet desto besser. Falls möglich solltet Ihr doch so viel wie möglich selber machen, den die meisten Mitarbeiter der
    Handbikeherrsteller haben von Fahrradmechanik keine Ahnung.
    Zur effektiven Nutzung von Adaptivbikes ist eine Radstandverlängerung (RSV) notwendig. Durch die RSV hat man
    ungefähr zwei bis drei mal so viel Gewicht, als ohne RSV auf dem vorderen Rad (30 bis 45 Kg anstatt 15Kg ist sehr
    hilfreich). Genügend Gewicht auf dem vorderen Rad bedeutet Steigungen herauf zu kommen und das Durchdrehen des
    Vorderrades zu verhindern.
    Mit viel Radsturz (6° oder 8°) auf der hinteren Achse kippt man schwerer um, allerdings hat man bei 1° Radsturz am
    wenigsten Rollwiederstand. Jedoch sind 2° bis 3° Radsturz schon sehr kippelig und geübten Fahrern zu empfehlen.
    Eine gefederte Radstandverlängerung ist für aktives Fahren auch hilfreich, um Stöße abzufangen, doch zur Zeit gibt
    es keine gefederte Radstandverlängerung auf dem Markt. Die Alternative ist ein Rollstuhl, der gefedert ist, oder eine
    Sitzbespannung, die federt (wie z. B. bei der Firma Proactiv).
    Ein Schutzblechsystem (für den hinteren Radstand, um nicht dreckig zu werden) ist für Handbikes noch nicht erhältlich
    und muss im Nachhinein von der Sonderbauabteilung eines Sanitätshauses und in Eigenarbeit angefertigt werden (siehe
    Foto).
    Ein Beispiel zu Einstellungsmöglichkeiten soll verdeutlichen, dass man sich ausgiebig über Einstellungsmöglichkeiten
    aufklären lassen sollte, um für sich die Sitzposition zu finden.
    Die Höhe der Vorderräder zum Beispiel ist meistens auf 5cm Höhe eingestellt. 7 cm sind oft sehr zu empfehlen, damit
    höhere Kantsteine überwindbar werden und Hindernisse im Gelände nicht an den vorderen Rollstuhlrädern
    hängenbleiben. Dadurch wird die Rückenlehne jedoch weiter nach hinten geneigt. Die Rückenlehne sollte noch
    ausreichend vorhanden sein, um sich fest an diese drücken zu können, ohne das sich die Schultern beim fahren nach
    vorne bewegen.
    Übersicht & Vergleich der Handbikes in Deutschland
    Der Vorteil an Stricker Handbikes ist, dass es an jedem Rollstuhl links und rechts am Rollstuhlrahmen festgeklemmt
    werden kann. Dadurch braucht man keine Kupplung am Rollstuhl. Eine gutes Rad zum Spazieren Fahren.
    Nachteil ist die mangelnde Steifigkeit, was sportliches Fahren stark einschränkt. Hoher Verschleiß ist bei intensiver
    Nutzung auch zu erwarten.
    http://www.stricker-handbikes.de
    Das Speedy B26 Handbike ist das sportlichste Handbike von Speedy Reha Technik. Das Kupplungssystem ermöglicht
    sehr schnelles und einfaches ankoppeln (auch bei eingeschränkter Handfunktionen bei Tetraplegikern). Das
    Kupplungsrohr ist jedoch dauerhaft am Rollstuhl montiert und stört auch etwas beim Transfer. Mit einer
    Radstandverlängerung und 45Kg auf dem Vorderrad und kraftvollen fahren (auch auf Waldwegen), schlägt die Kuplung
    ungefähr alle 1000Km so stark aus, das dies ausgetauscht werden muss. Insgesamt ist die Schwachstelle das
    Kupplungssystem und die mangelnde Festigkeit.
    http://www.speedy.de/handbikes
    Das Dynagyl AL erfüllt alle oben genannten Kriterien. Es ist sehr leicht und kommt nicht von der Stange, das heißt,
    man kann sich die Teile individuell zusammenstellen. Zu empfehlen ist die Handschaltung am oberen Umwerfer,
    wodurch man sich einen Schaltzug spart und weniger verschleiß hat.
    Eine Katastrophe bei dem Handbike ist der Lenkungsdämpfer: Das Fahrrad fährt nicht geradeaus und beim Loslassen
    der Kurbeln lenkt es sofort davon, was bei alltäglichen Manöver sehr erschwert: Bsbp, sich in einen Zug/U-Bahn
    Hereinziehen, der einen kleinen Kantstein hat, oder Rolltreppe fahren wird mit diesem Fahrrad sehr schwer zu machen
    sein. Außerdem ist durch den Lenkungsdämpfer die Wendigkeit eingeschränkt. Ein weiterer Mangel ist der gewöhnliche
    Sattelstangen-Gepäckträger, der nur an einer Stelle montiert ist und überhaupt nicht zu den sonst high end Anbauteilen
    passt.
    http://www.dynagil.de
    Proactiv hat eine schlechte Schaltung, kein direkter Gangwechsel. Der Eifelturm ist
    scharfkantig und instabil. Die Schalt & Bremsleitungen Bammeln beim Kurbeln vor der
    Nase rum. Das Kupplungssystem hat jedoch ein sehr langes Rohr am Rollstuhl, das man immer zusätzlich abmontieren
    muss. Ich wüsste nicht wohin mit diesem Baseball-Schläger.
    http://www.proactiv-gmbh.de
    Der dritte Fahrradhersteller, der alle Kriterien erfüllt und somit sehr sportlich und langlebig ist, ist die Firma
    Praschberger. Ich habe gehört, dass das Dinagyl besser einstellbar ist und sich ansonsten kaum vom Praschberger
    unterscheidet. Das Praschberger hat leider nur ein 24“ Rad in Rollstuhl große 24X1 ( 540-25 )
    http://www.praschberger.com/de
    Ich versichere Hiermit das ich kein Interessenkonflikt habe. Ich habe versucht mein Wissen und meine Erfahrungen zu
    Handbikes für Andere Person verfügbar zu machen.
    Alle Handbikerfahrenden möchte ich bitten unter http://www.handbike.de unter "Ratgeber Handbike 2013/14"
    Ihr Wissen und Ihre Erfahrungen mit Handbikes (z.B. Erfahrungen von Tetraplegikern!) einzubringen und Ihre Kritik
    einzubringen.
    1 mal vom Benutzer geändert, zuletzt am 13.12.2013 um 21:17:03 Uhr
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  • Re: Ratgeber Handbike 2013/14 - Übersicht und Vergleich aller AdaptivHandbikes (in Deutschland)

    Fabian
    Ein Erfahrungsbericht zu unserem Adaptiv Bike:

    http://www.youtube.com/watch?v=b9Rf6lRdopQ&feature=youtu.be
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