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Klasseneinteilung gerecht?

Das Thema wurde bisher 1756 mal aufgerufen, die letzte Antwort ist vom 15.08.2014 um 12:54:59 Uhr.
Es gibt insgesamt 8 Beiträge von 5 unterschiedlichen Personen.
  • Klasseneinteilung gerecht?

    Ich habe mal ganz neutrale Fragen:
    (Ich mache kein Geheimnis daraus, dass diese ausgelöst sind durch die Siegesserie von Christiane Reppe, die ich für eine tolle Athletin halte und der ich den Erfolg auch gönne)

    Auch, wenn die Offiziellen ja scheinbar entschieden haben:
    Ist es wirklich fair, wenn Amputierte in derselben Klasse antreten wie Querschnittgelähmte? Ohne es fachlich beurteilen zu können, weil ich noch nie ein Rennbike gefahren bin, sagt mein Gefühl eher "nein".

    Haben Amputierte überhaupt Nachteile im Handbike, z. B. gegenüber Fußgängern? Vielleicht - auch, wenn es blöd klingt - durch das geringere Gewicht sogar Vorteile?

    Ich selbst bummle nur gelegentlich mit einem Adaptivbike durch die Gegend, könnte mir aber vorstellen, dass die Renn-Konkurrenz auch nicht durchgehend begeistert ist?
  • Abdrücken an den Furasten , ein klarer Vorteil

    funktionierende Beine haben klar Vorteile, auch ein Bein !
    Man presst seinen Fuß gegen die Fußraste wenn man die Griffe zieht. Dadurch bringt man natürlich wesentlich mehr Power rein, als jemand deren Beine ohne Funktion sind.
    Wenn man sich die von dir angesprochene Athletin im Bike anschaut, sieht man wie sie sich mit dem Fuß abdrückt,wenn sie zieht.
    Amputierte sollten eine andere Fußraste fahren, wo man sich nicht abdrücken kann.
    Stimme dir zu.
  • Blödes Gelaber.

    Wegen solchen blöden Diskussionen fahre ich keine Rennen.

    Da bleibe ich lieber bei paralympischen Sportarten, wo es absolut keine Klasseneinteilung gibt! Und das ist gut so!

    Am besten schmeißt ihr alle raus, die keine Querschnittslähmung haben, und bleibt unter euch.
  • Hast ja recht...

    ...mit den Schadensklassen. Das kann man eh nicht für jeden passend machen und das ist ja auch nicht Sinn des Sports. Beim Hochsprung oder Basketballspielen von Nichtbehinderten gibts ja auch keine Sonderwertungen, nur weil man nur 1,70 gross ist.
    Aber Rennen fahren ist trotzdem o.k., ist ja nicht gesagt, dass man die Leute aus anderen Divisionen schonen muss.
    Aber zu den anderen Sportarten: welche paralympische Sportart kommt denn ohne Schadensklassen daher?
  • Warum denn gleich so beleidigt (u. beleidigend)?

    Warum denn gleich so beleidigt? Es will sicher niemand jemanden ausschließen. Aber es kann doch auch niemand etwas gegen das Bestreben haben, weitestgehende Chancengleichheit herzustellen zu wollen. Ggf. fehlende Bauch- und Rückenmuskulatur, teilweise gestörte Temperaturregulierung etc. sind schon Nachteil genug, den man auch nicht ausgleichen kann. Insofern finde ich die Idee, das Drücken mit vorhandenen u. "funktionstüchtigen" Beinen durch Verwendung anderer Fußrasten zu unterbinden, gar keine so schlechte Idee. Dem Wald- u. Wiesensportler, der gelegentlich mal einen Städtemarathon mitfährt, dürfte es relativ egal sein, ob die Top 5 untereinander irgendwelche Vor- u. Nachteile haben. Aber wer ganz vorn dabei sein will u. sein Leben womöglich ganz auf den Sport ausrichtet, für den dürfte es doch etwas deprimierend sein, zu wissen, dass er fast nicht gewinnen kann, egal, was er tut...
  • keine Ahnung, aber davon viel....

    racingman
    Jetzt muß ich mich doch mal zu Wort melden, bei dem Käse, der hier verbreitet wird.
    Ich leide an einem Gendefekt, kann beide Beine benutzen, also etwas gehen, nicht gut, aber immerhin, soviel Erklärung, wie ich zu meiner Erfahrung komme.
    Ich habe jetzt so ziemlich alles gefahren, was sich so im normalen Handbike-Bereich so tummelt. Vorspannbike, Tourenbikes/Mountainbikes und etliche Renner.
    Zur Zeit fahr ich ein Carbonbike mit Fußschalen aus Carbon (die Füsse liegen nur drin), vorher hatte ich ein Carbonbike mit normalen Fußbügeln. Und ich sage: Es ist schei.egal, was man da fährt: Ich habe in keinerlei Variation irgendwie mehr halt durch die Beine. In der Liegeposition ist die Beckenfixierung der einzige Faktor, der zählt. Mein Fixpunkt in der Liegeposition sind meine Ho!en, die an dem Holm anstehen. Und wer da mal genau hinsieht, wird merken, daß da etliche mit Polster zwischen Holm und Mensch fahren, warum wohl? Querschnittgelähmte Athleten stehen auch mit der Sohle an der Fußraste an, das gibt sicher eine gewisse Grundstabilität für die Füsse, aber auf Zug oder Druck gibt doch das Knie nach. und es wird nicht jeder eine Streckspastik haben..... Aber alle fahren sie mit Beckengurt für die Fixierung.

    Beine welche noch zu gebrauchen sind, haben beim Liegebike einen Nachteil, und das ist Gewicht. Wir reden da bei 2 halbwegs gesunden Beinen von einem Unterschied von mindestens 5-7 Kilo Muskel und Sehnenmasse gegenüber einem Querschnitt, heißt bei einem einseitig Beinamputierten immer noch mindestens 3-5 Kilo mehr, als bei einem Querschnitt, dazu noch ein Ungleichgewicht.

    Die Klassifizierung wird nie fair sein, da auch nicht mehr Zeitgemäß.
    Das mag früher eher gepasst haben, als noch alle relativ aufrecht saßen. Da spielte die Lähmungshöhe einen entscheidenden Faktor für die Rumpfstabilität und damit für die Kraft, die ich ins Kurbeln investieren konnte. Sieht man wunderbar, wenn man die Ergebnislisten der letzten 8 Jahre Revue passieren läßt. Früher war klar, daß ein H3 Fahrer bessere Zeiten fährt, als ein H2 Fahrer (beides altes System). und heute in der Liegeposition? H2 fährt schneller als H3.

    Unterschiede sind heute sicher nur noch die vegetativen Funktionen (Blutdruck, Puls, Schwitzen) und Hand/Fingerfunktionen in Klassen H2 und darunter.

    Das deckt das System aber nur schlecht ab, die Feststellung wäre auch schwierig und kaum durchführbar.

    Interessant wäre mal, wie viele Fahrer sich in H2 geschmuggelt haben, die eigentlich H3 wären! Interessant zum zusehen, wenn die Bikes ausgeladen und für das Rennen hergerichtet werden. Die H2 Leute, die ich gut kenne, können sich aus der im Rolli nach vorn übergebeugten Haltung schon ab einem geringen Winkel nicht ohne die Arme aufrichten, da hab ich bei so manchen H2 Fahrer schon erstaunliche Dinge gesehen.
  • @racingman

    nur weil du dich nicht abdrückst ,oder abdrücken kannst , weil du ja auch nicht mehr so viel Kraft in den Beinen hast , heisst das ja nicht ,dass es nicht möglich bzw Sinnvoll ist sich abzudrücken.
    Bei der oben genannten Athletin sieht man gut,wie der Beinmuskel sich während des fahrens bewegt. Schau dir die Bilder von Lobbach an.
    Das mit dem Gewicht, weil ein Bein fehlt finde ich gar nicht diskutabel , dass ist halt so und ist auch i.O. , sonst könnte ja jeder der einige Kg zu viel auf den Hüften hat ,jedes Rennen mit seinem Finger auf andere zeigen.
    Warum wohl bewegt sich der Beinmuskel bzw warum drückt man sich an den Fußrasten ab ? Mit Sicherheit nicht weil man die Kupplung tritt.
    Diesen Vorteil könnte man ganz leicht abschaffen , indem Beinamputierte ihre Fußrasten so vorstellen müssten, dass max. die Zehenspitzen an die Stange reichen.
    Klar sagen jetzt einige, Schwachsinn was ihr redet , weil man mit den einen oder mit der anderen Amputierten gut befreundet ist.
    Aber was Börni hier ablässt *kopfschüttel* ich sage da mal besser nichts zu.
  • ich mache es nochmals deutlich..

    racingman
    Ich könnte mich abdrücken, wenn es irgendeinen Vorteil hätte, hat es aber nicht.
    Die Frage, warum sich der/die Muskel (n) bewegt: Die gehen bei mir auch mit, weil man die Körperspannung, die sich aufbaut, nicht auf den Oberkörper begrenzen kann. Aber das bringt nix, im Gegenteil. Ich verpulvere da Kraft in die unteren Extremitäten, die absolut keinen Effekt hat, sondern genau das Gegenteil bewirkt. Die Muskelspannungen tragen zur Gesamtsäuerung des Körpers bei und verbrauchen Sauerstoff und Energie. Ich schleppe ein nicht unerhebliches Mehrgewicht mit mir rum, verschlechterte Aerodynamik und die schon oben beschriebenen Nachteile.
    Um mal klarzustellen: Ich bin noch sehr froh, etwas gehen zu können, es erleichtert mir den Alltag schon sehr, nicht nur auf den Rolli angewiesen zu sein.
    Wenn ich schreibe, daß die gesunden Beine ein Nachteil sind, dann bezieht sich das rein auf das Liegebiken und soll kein Jammern auf hohem Niveau sein.
    1 mal vom Benutzer geändert, zuletzt am 15.08.2014 um 12:54:59 Uhr
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