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Geführte Handbike-Touren - Tips zur streckenauswahl

Das Thema wurde bisher 2079 mal aufgerufen, die letzte Antwort ist vom 16.10.2014 um 10:40:32 Uhr.
Es gibt insgesamt 9 Beiträge von 5 unterschiedlichen Personen.
  • Geführte Handbike-Touren - Tips zur streckenauswahl

    Hallo Leute,

    ich bin seit ein paar Monaten Bike- & Touren-Guide und biete ab 2015 Touren für die Touristikgememinschaft HeilbronnerLand an.

    Selbst fahre ich MTB, Brompton und ein Azub Tricon - nein, kein Handbike. Das bestehende Tourenangebot umfasst noch keine Handbiker.-Touren. Diese Lücke will ich füllen, dann könnte ich auch mein Trivcon einsetzen.

    Allerdings fehlt mir die persönliche Erfahrung mit Handbikes. Daher hätte ich gerne von erfahrenen Handbikern Tips, was bei der Tourplanung zu beachten ist.

    Ich nehme an, was mit meinem Liegetrike fahrbar ist, funktioniert auch mit dem Handbike, oder?

    Herzlichen Dank für Eure Unterstützung

    Uwe Haider
    uwe.haider@gmx.net
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  • Re: Geführte Handbike-Touren - Tips zur streckenauswahl

    Veit
    Zitat: "Ich nehme an, was mit meinem Liegetrike fahrbar ist, funktioniert auch mit dem Handbike, oder?"

    Im Prinzip ja, aber ... es gibt trotzdem ein paar Einschränkungen, die Du berücksichtigen solltest, wenn Du für ALLE Handbiketouren anbieten willst.

    - So haben viele Racehandbikes nur eine sehr niedrige Rahmenhöhe über dem Boden (ca. 6 cm). Daher kommt es viel eher zur Grundberührung bzw. zum Aufsetzen. Das kann z.T. schon bei Bodenwellen oder Schlaglöchern passieren.

    - Außerdem ist der Kurvenradius von Handbikes (die keine Adaptivbikes an vorhandene Rollstühle sind) sehr groß, weil die an der beweglichen Gabel positionierten Beine das Einschlagen des Vorderrads einschränken.

    - Weiterhin spielt der Untergrund eine nicht zu unterschätzende Rolle. Ein schlechter, sandiger Fahrweg führt bei größeren Steigungen eher dazu, daß das Antriebsrad (welches beim Handbike ja vorn ist) keine ausreichende Haftung mehr am Boden hat und durchdreht. Bei Anstiegen wandert nämlich der Schwerpunkt nach hinten, damit vermindert sich auch der Anpressdruck auf das Vorderrad.

    - Die körperlichen Voraussetzungen der Handbiker lasse ich mal vollkommen unberücksichtigt, sie sind jedoch ebenfalls sehr wichtig.

    Allgemeingültige Anforderungen an Handbiketouren lassen sich m.E. nur auf einem sehr niedrigen Niveau ansetzen.
  • Streckenplanung - Geschwindigkeit?

    Danke Veit,

    für deine Antwort. Die Touren sind hier im Regelfall ca. 30 -50 km lang. Keine "Kilometerfresser-Touren" sondern eher touristisch ausgerichtet.

    Ich werde mich auf asphaltierte Strecken beschränken. Sind die Übersetzung und der Kraftaufwand vergleichbar? Die mittlere Geschwindigkeit bei den geführten Touren liegt eigentlich immer unter 25 km/h. Das ist kein Problem, oder?

    Uwe
  • meine Meinung...

    racingman
    Hallo,

    eine geführte Tour, die noch dazu touristisch ausgelegt sein soll, überschreitet normalerweise den 20er Schnitt nicht. Fahren ja auch Senioren mit, zumindest hier bei uns im Inntal.
    Mit einem Vorspannbike liegt man so bei einem 16-18er Schnitt, mit einem Tourhandbike bei 23Km/h. Natürlich kann ich beides auch schneller bewegen, keine Frage, aber dann ist der Puls auch ausserhalb einer touristischen Tour und ich komme durch-geschwitzt am Ziel zu einer evtl. Einkehr an. Auch nicht so lustig.
    Rennhandbiker laß ich mal aussen vor, die sind zwar schneller, aber von einer Tour mit Ausblick hat man in der Liegeposition nicht so viel davon.

    Viele Grüße

    Reinhard

  • Handbike-Touren

    Hi Leute,

    ich fahre jetzt seit mehr als 20 Jahren Handbike.

    Einen Schnitt zwischen 15 - 18 km/h mit dem Vorschnall-Bike (ohne E-Unterstützung) halte ich für sehr ambitioniert.

    Wenn ich mit dem Einteiler in aufrechter Sitzposition in der Touren-Variante (mit Rohloff) auf den angepeilten 30-50 km unterwegs bin komme ich auf einen Schnitt von 20 km/h. Wenn ich den Einteiler mit Renn-Komponenten ausstatte, komme ich auf einen Schnitt von 23 km/h und einem Durchschnittspuls von 130.
    Lege ich mich hin, auf komfortable 60 Grad, geht es auf 25 km/h rauf. Renn-Liege-Bike dann zwischen 25 und 30 km/h.
    Wohlgemerkt bei laufender Zeit. Ich halte nicht die Stopp-Uhr an, wenn ich mal eine Straße überqueren muß, oder, oder, oder.
    Vor kurzem bin ich im Aller-Weser-Dreieck mehrere Tage unterwegs gewesen. Mit Rollstuhl + Gepäck hinten dran/drauf sind wir auf 65 km pro Tag gekommen incl. Kaffepausen etc.

    Dabei komme ich auf den angepeilten 50 km auf gesamt ca. 200 Hm.

    Ich glaube, jetzt habe ich alle Daten raus 😉

    Sportliche Grüße
    Olaf
  • Wendekreis?

    Herzlichen Dank Euch allen,

    ich glaube, jetzt habe ich schon einen besseren Eindruck von den Möglichkeiten eines Handbikes. Finde ich klasse, dass sich hier so viele angesprochen fühlen und sich Zeit nehmen, mir Ihre Erfahrungen mitzuteilen.

    eigentlich würde ich gerne ein touristisches Thema in den Fokus rücken. Am Wochenende habe ich eine Tour entlang einer alten Römerstraße durch den Wald mit MTBs gemacht, so was will ich anbieten.
    Natürlich auf asphaltierten Flurwegen ohne Verkehr, gemütliches Tempo mit Einkehr/Vesperpause oder so etwas.

    Ein Routenidee enthält ein Drängelgitter, dass ich mit dem Trike durchfahren kann. Mein Wendekreis liegt bei etwa 4,2 m. Sind die Handbikes ähnlich einzuschätzen?
    Alternativ könnte ich ein Stück Straße durch ein altes Eppingener Gewerbegebiet einplanen....

    Uwe Haider
  • Re: Wendekreis?

    Veit
    Wenn ich auf der Straße wende, muß ich mindestens einmal zurücksetzen. Ich sage immer: "Mein Handbike hat den Wendekreis eines Busses". Deshalb denke ich, daß 4,2 m nicht reichen.

    Limitierender Faktor ist dabei nicht die Lenkachse, sondern der Umstand, daß die Beine (bei den Nicht-Beinamputierten) an der beweglichen Vorderradgabel gelagert werden und damit den Seiteneinschlag einschränken.

    Mach doch mal ein Bild von dem Drängelgitter und zeige es hier im Forum. Dann kann man vielleicht bessere Infos geben, ob die Stelle mit Handbike passierbar ist oder weiträumig umfahren werden muß!
  • Handbike-Touren

    Ich muss gestehen, ich finde die hier angeführen km/h-Angaben für eine "gemütliche" Tour zu hoch angesetzt. Sowohl mit dem Vorspann- als auch mit dem Liegebike. Auf absolut ebener Strecke mag das alles noch passen, aber sobald es auch nur ein wenig bergauf geht, wird der Schnitt bei Hobbyfahrer deutlich nach unten gehen. Selbst eine kleine Steigung, die mit bloßem Auge kaum zu sehen ist, bringt bei diesen locker einen Verlust von 5-7 km/h, würde ich schätzen.
    Selbst Leute, die relativ regelmäßig Rennen fahren und auf verschiedenen Foren den Verlauf ihrer Trainingstouren posten, kommen dabei oft (nur) auf einen Schnitt zwischen 20 und 23 km/h. Im Rennen fahren sie dann durchschnittlich weit über 30 km/h. Gerade wenn man gemischte Gruppen mit Liege- und Vorspannbiker hat, wird man m. E. keinesfalls über 13-15 km/h hinauskommen, bei ausschließlich Liegebikern, wenn es sich um Gelegenenheits- und Hobbyfahrer handelt, eher bei 18-19 km/h...
  • Zum Thema Einkehr...

    ... bzw. Vesperpause fällt mir noch ein: Mit Liegebikes ist "Einkehren" etwas schwierig. Man kann entweder eine Pause liegend im Bike verbringen (was essend und trinkend nicht unbedingt bequem ist) oder es müssen die Rollstühle der Liegebiker irgendwie zum "Ort der Einkehr" transportiert werden... Auch so etwas wie ein Picknick ist nicht ganz einfach, da bei Liegebikern die Mitnahmekapazität deutlich eingeschränkt ist. 😉
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