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Geländegängiges Handbike - könnt Ihr mir bei der Wahl behilflich sein?

Das Thema wurde bisher 526 mal aufgerufen, die letzte Antwort ist vom 21.07.2017 um 17:37:18 Uhr.
Es gibt insgesamt 16 Beiträge von 8 unterschiedlichen Personen.
  • Geländegängiges Handbike - könnt Ihr mir bei der Wahl behilflich sein?

    Samaneri
    Liebe erfahrene Handbiker,

    zum Einstieg habe ich letztes Jahr mit einem gebrauchten Anklemm-Bike begonnen und Spaß am Handbiken gefunden, so dass jetzt etwas Sportliches und v.a. gut Geländegängiges her soll.

    Mit dem Anklemm-Bike sind gemächliche Touren ohne Steigungen zwar prima möglich, sobald aber ein Hügel in die Quere kommt, hat das Antriebsrad auf Grund des ungünstigen Schwerpunkts keine Traktion mehr. Die Behelfslösung mit knapp 20 kg Bodenplatten auf dem Gepäckträger hilft zwar Steigungen zu überwinden, macht das ganze aber natürlich auch schwer und noch instabiler in Kurven bzw. bei höheren Geschwindigkeiten auf unebenem Untergrund.

    Gerade habe ich mir deshalb das Kettwiesel von Hase Bikes angesehen, das über einen Hinterradantrieb verfügt. Prinzipiell hat mir dieses auch gut gefallen. Auf Grund meiner starken Skoliose komme ich aber mit der Lenkung nicht klar. Zum Lenken dreht man nicht den Lenker, sondern muss den Lenker insgesamt durch Neigen des Oberkörpers nach links oder rechts verschieben. Dadurch hat das Rad einen extrem guten Wendekreis, meine skoliotische Wirbelsäule macht aber die Neigung gegen die Krümmung zur schmerzhhaften Qual.

    Ich suche ein Handbike (ohne Zusatzmotor) für den flexiblen Einsatz.
    Es sollte also geländegängig sein, d.h. entsprechende Bodenfreiheit bieten, um auch mal über einen ausgefahrenen Waldweg, Wiese, schlaglöchrige Feldwege, Schotter, usw., fahren zu können.

    Steigungen sollten nicht an schwerpunktbedingt durchdrehenden Antriebsrädern scheitern (ist so etwas auch mit einem Handbike mit Vorderradantrieb möglich?).

    Die Lenkung darf kein Verwinden oder stärkeres Neigen der Wirbelsäule erfordern.

    Da ich auch auf normalen Straßen unterwegs bin, müsste das Bike verkehrssicher ausstattbar sein.

    Schön wäre es, für Touren etwas Gepäck am Rad befestigen zu können und das Rad soweit zerlegen zu können, dass es sich in einem Auto der Golfklasse transportieren lässt.

    Hohe Geschwindigkeit ist dabei nicht so wichtig, etwas mehr als mit dem Anklemm-Bike sollte es aber schon sein (es sollte schon bis 20 km/h eine stabile Straßenlage haben).

    Eine Naben- oder Tretlagerschaltung würde ich gegenüber einer Kettenschaltung bevorzugen (wegen Verschmutzung im Gelände, Verschleiß, Wartungsfreiheit).

    Das sind jetzt ziemlich viele Wünsche auf einmal...

    Ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr mich auf der Suche unterstützen könntet.
    Es wäre mir schon eine große Hilfe, die möglichen Kandidaten etwas eingrenzen zu können, um dann gezielt das ein oder andere Modell zu testen.

    Viele Grüße,
    Samaneri
  • Kompaktbike

    mats
    Hallo,
    also mit 20 kg auf dem Gepäckträger vorne könnte ich nicht mehr lenken 🙂

    Zu deiner Frage...die Vorspannbikes haben alle das Problem mit der Traktion, auch bei Benutzung einer Radstandsverlängerung.
    Ich würde auf ein Kompaktbike umsteigen.
    Da kommen Sopur, Schmicking, Proaktiv und viele andere in Frage.

    Durch den ganz anderen Schwerpunkt bringst du viel Gewicht (dich selbst) auf das Vorderrad. Durchdrehen gibt es i.d.R. nur noch auf losem Untergrund an Steigungen.
    Geschwindigkeiten von 40-50km/h sollten locker drin sein.
    Die Kompaktbikes liegen sehr stabil auf der Straße, kein Vergleich zum Vorspannbike.

    Was du so im Detail möchtest, da fällt mir spontan das NJ1 von proaktiv ein. Lässt sich in zwei Teile zerlegen, gibt es mit Nabenschaltung, gelängegängige Version usw. Sehr stabil.

    http://www.proactiv-gmbh.de/kompaktbike_nj1.html

    Viele Grüße
    mats

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  • Bitte realistisch bleiben....

    racingman
    @mats
    Angaben von Geschwindigkeiten von 40-50km/h gehören ins Reich der Fabeln. Das fahren Handbiker im Rennen auf flachen (abgesperrten) Kurs und Windschattenwechsel.

    @TE
    Die Empfehlung von User "mats" für das Proactiv ist allerdings richtig. Kein Hersteller bietet für Tourenbikes eine so einfache Entkopplung von Rahmen und Gabel um es in kleineren Auto´s zu verstauen zu können. Schaltungsauswahl ist auch gegeben. Eine normale Kettenschaltung ist aber auch nicht anfällig und bietet mehr Möglichkeiten und ist auch leichter.
  • Geschwindigkeit

    mats
    @racingman
    40-50 km/h kann man bei uns selbst im Sitzen auf gut ausgebautem einsehbaren Radweg bergab ohne Gegenwind locker erreichen. Kurbeln tu ich dann aber nicht mehr:-)
    Ist auch egal, ich wollte nur sagen, dass Kompaktbikes einiges mehr an Gechwindigkeit zulassen.

    Schönen Gruß
    mats
  • Herzlichen Dank

    Samaneri
    Hallo mats,
    Hallo racingman,

    herzlichen Dank für Eure super schnellen und hilfreichen Antworten.

    Das empfohlene Bike sieht wirklich gut aus und ich werde es ausprobieren und berichten, ob ich damit klar komme.

    Viele liebe Grüße und ein schönes Wochenende,
    Samaneri
  • Etwas Fahrphysik

    Handmobil
    Hier mal einige Überlegungen zum Thema "Handbike und Gelände", die vielleicht weiterhelfen (und hoffentlich nicht nur verwirrten)

    Gruß Dieter

    Vorder- oder Hinterrad-Antrieb? Ein klassisches Handbike wird im Gelände immer kritisch sein, denn dies liegt an der so genannten Radlastverteilung: Vereinfacht gesagt, ergibt sich die Vortriebskraft eines Fahrzeuges aus dem Produkt von Reibung zwischen Rad und Straßenbelag und der Kraft, mit der das Rad auf den Untergrund drückt, der so genannte Aufstandkraft. Den Reibfaktor kann man z.B. mit Stollenreifen in einem gewissen Maß erhöhen, was allerdings auf Kosten der Lenkbarkeit und dem Rollwiderstand auf glattem Untergrund geht. Viel problematischer ist die Aufstandskraft des Rades. Bei Handbikes mit sitzendem Fahrer geht die Schwerpunktslinie angenähert senkrecht in Richtung der Wirbelsäule nach unten. Also sind die Hinterräder stark belastet, während das Vorderrad mit wenig Kraft beaufschlagt ist. Das bedeutet: Man kann über das (angetriebene) Vorderrad wenig Vortriebskraft erreichen. Das Anbringen der Akkus auf Höhe der Vorderrades bringt wenig, denn die Akkus sind zu leicht im Vergleich zu Fahrergewicht, denn das sollen sie ja sein. Ausserdem verschlechtert sich hierdurch die Lenkbarkeit.
    Bei Steigungen, und die sind im Gelände ja vorhanden, verschiebt sich zudem die Schwerpunktslinie nach hinten. Je steiler es wird, desto mehr wird das Vorderrad entlastet und desto weniger Kraft kann es übertragen. Etwas günstiger sehen die Verhältnisse bei liegendem Fahrer aus. Dies ist jedoch wegen des notwendigerweise lange Radstandes und der meist geringen Bodenfreiheit wenig geeignet fürs Gelände. Vorderrad-getriebene Fahrzeuge sind daher aus Gründen der Fahrphysik ungünstig für Geländefahrten. Leider ist das Grundprinzip der „klassischen“ Handbikes aber das angetriebene Vorderrad. Das ist das Dilemma.
    Die Radgröße: Üblicherweise haben Rollstühle und Handbikes 24-Zoll-Räder. Diese haben sich im Gelände Nachteile: Zum einen fährt man sich leicht in einer „Kuhle“ fest, zum anderen hat man, wenn man sich dann mal festgefahren hat, zu wenig wirksamen Hebelweg, um sich durch manuelles Bewegen der Hinterräder frei zu fahren. Greifringe haben noch weniger Durchmesser und sind daher noch ineffektiver. Nach meinen Erfahrungen und Versuchen sind 26-Zoll-Räder deutlich günstiger. 28-Zoll-Räder hingegen bringen höhere Kippneigung und können Querkräfte schlechter aufnehmen. Beim Vorderrad ist auch im Gelände ein 20-Zoll-Rad vollkommen ausreichend.

    Die Leistungssteuerung: Im Gelände wechselt die Geschwindigkeit viel schneller als auf der Straße. Controller, welche lediglich die Pedalfrequenz messen, also wie „schnell“ die Pedale bewegt werden, sind für´s Gelände wenig geeignet. Der Controller sollte statt dessen unbedingt die (Pedal-)Kraft erfassen. Nur so kann man ohne dauernd schalten zu müssen und bei wechselndem Untergrund gut fahren.
  • Geländetouren und passende Bikes

    Nepomuck
    Vielleicht solltet ihr mal diese toll beschriebene Crosscountry-Tour von Andy anschauen: http://www.handbike-andi.ch/luzern-sempachersee-ausgedehnte-crosscountry-runde/

    Wir waren hier zu Dritt auf Tour - Proactiv NJ1, Praschberger und Schmicking. Andi war jedenfalls mit seinem Schmicking-Spezialbau klar im Vorteil, insbesondere was die Traktion betrifft (Kniebeiker bringen halt mehr Gewicht auf das Vorderrad). Ansonsten kommt man mit allen drei Modellen auch in schwierigem Terrain ganz gut zurecht. Immer den Kompromiss vorausgesetzt auch normale Straßentouren zu fahren.

    Gruß Dieter Wohlfahrt
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  • Geländegängiges Handbike

    handbike-andi.ch
    Samaneri sucht ein geländegängiges Handbike. Als Referenz zieht er sein Vorspann-Handbike heran.
    Richtig ist der Hinweis, dass sich Vorspann-Handbikes fürs Gelände nicht eignen. Zuwenig Gripp, zu wenig kippstabil.
    Also erachte ich die Vorschläge ProActiv NJ1, Praschberger CompCC, oder Schmicking MTB als hervorragend geeignete Modelle. Man könnte noch mit Lasher, XCR, TopEnd oder Reactiv ergänzen.

    @Handmobil Deine Beschreibung betreffend Fahrphysik entsprechen ungefähr der Theorie, sind aber in der Praxis nur teilweise relevant. Du bist der Theoretiker, ich probiere aus, so spüre ich mich als Praktiker.

    Du unterschlägst den wichtigsten Punkt, nämlich die eingeschränkte Kraft im Schulter- und Armbereich im Vergleich zum Fussgänger-Radfahrer und die Breite eines Handbikes.
    So beschränken sich die realistisch zu befahrenden Bereiche auf Wald- / Wiesen- / Karr- / Bergwege bis ca 20% Steigung auf Kies und ca 26% auf Beton, also klassische CrossCountry-Touren. In diesen Bereichen fühlen sich oben genannte Handbikes mit geeigneter Untersetzung (nicht die Standard Lösung) und Bereifung pudelwohl.
    Noch mehr Traktion bräuchte man für Steigungen jenseits der 20% / 26%.
    Wer solch heftige Steigungen über längere Zeit fahren kann darf sich Spitzensportler nennen oder verfügt über einen drehmomentstarken E-Antrieb (was hier nicht das Thema ist).
    Gerne laden wir interessierte Handbiker auf ein paar Touren durchsetzt mit solchen Steigungen ein, Beispiele gibt's hier unter "Touren" oder z.B. unter http://www.handbike-andi.ch.

    Single Trails welche von MTB-Fussgängern befahren werden, sind oft zu schmal und/oder seitlich abfallend und/oder mit Schiebepassagen gespickt und/oder mit Drehkreuzen oder andern Viehgattern versehen, ergo für Handbikes nicht fahrbar.

    Es entspricht übrigens nicht der Tatsache, dass Handbikes meistens auf 24" Rädern laufen, sie verfügen, im Gegensatz zum Rollstuhl, fast immer über 26" (559) Räder.
    Kombiniert mit fetten, gut laufenden Reifen, z.B. 57-559 Schwalbe Smart Sam sind die von dir beschriebenen Probleme mit Kuhlen oder ähnlich nicht der Rede wert. Das müssten schon gewaltige Löcher sein. Ich fahre mit meinem Schmicking MTB-Longseat-Handbike im Wald über Treppenstufen bis 30cm Höhe aufwärts.
    Auf der von Nepomuk beschriebenen Tour fuhren wir locker eine Treppenstufe hoch und das je mit einem Praschberger CompCC, ProActiv NJ1 und Schmicking MTB.

    Fazit:
    @Samaneri innerhalb der Auswahl;
    - Praschberger CompCC,
    - ProActiv NJ1,
    - Schmicking MTB,
    - Lasher ATH,
    - XCR CrossCountry
    findest Du absolut geeignete Crosscountry Handbikes.

    Mein Persönlicher Favorit für Handbike "Neulinge" ist das Praschberger CompCC. Für geübte CrossCountry Könner rate ich zu Schmicking und viel Nerven bei der Bestellung :-).
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  • Radgröße

    Handmobil
    handy-Andy, du hast vollkommen recht. Wer zügig durch den Wald kachelt, für den sind "Kuhlen" kaum ein Thema. Für Träumer wie mich, die im Wald sehr langsam fahren und oft anhalten, schon eher, denn dann "saugt" sich das Fahrzeug grundsätzlich in die tiefste Delle vor Ort. Und da kommt man dann ohne Schwung schlecht raus. Wir haben also verschieden Ansätze. Aber ehrlich, alle Achtung bei deinen Waldurchfahrten. Nun meine eigentliche Frage: Wieso die dicken (Stollen?)-Hinterreifen, die kosten doch nur Energie. Weder für Lenkung noch Antrieb brauchst du hinten Grip, und bei der Gewichtsverteilung deines Fahrzeuges müsste mit Stollenreifen vorne gutes Bremsen auch bei Matsch möglich sein. Und viel Querkräfte müssen sie auch nicht aufnehmen. Ansonsten driftest du eben etwas, ist bei Vorderrad-Antrieb ja kein Thema. Ich bin lange Zeit mit den schmalen Konti Kontakt 559er Reifen auf Waldwegen gefahren, die sinken bei dreirädigen Fahrzeugen wesentlich weniger ein als ich gedacht hatte und hatten überraschend viel Grip, obwohl kein Profil . Sie schlitzen nur z.B. bei alten Dachziegeln, wie sie hier oft liegen, gerne seitlich auf. Laufen aber auf der Straße super, besser als die jetzt verbauten Schwalbe Spicer.
    Ach ja, in noch einem Punkt gebe ich dir recht: Bei Überfahren senkrecht stehender Hindernisse ist das 20-Zoll-Vorderrad ungünstig weil die Oberkante des Hindernisses zu nah an der Radnaben-Ebene liegt. Aber bei mir stand die Wendigkeit im Vordergrund. Also wieder zwei verschieden Ansätze.
  • Hinten Grip ... so wichtig wie vorne

    Nepomuck
    Stell dir mal vor du bist mitten im Hochgebirge auf einer Schotterstraße bei 15-20% Steigung unterwegs, dazu noch ohne Begleitung und du nicht mehr weißt wie du vorwärts oder rückwärts kommst und nicht umdrehen kannst, wenn du hangabwärts ins rutschen gerätst ... das kann bei Hochalpinen Crosstouren lebensgefährlich werden.
    Einfach ausgedrückt: man sollte auch nicht mit Sandalen auf Bergtour gehen, da braucht es schon festes Schuhwerk und entsprechend Ausrüstung. So verhält es sich auch mit der Bereifung im Gebirge.
    Gruß Dieter Wohlfahrt
    1 mal vom Benutzer geändert, zuletzt am 20.07.2017 um 08:12:02 Uhr
  • Breite Reifen / hinten Grip

    handbike-andi.ch
    @handmobil ja wir haben verschiedenen Ansätze. Schaut man genau hin, sind sie so verschieden auch nicht.

    Die Zeit ist nicht stillgestanden, die Entwicklung auch bei den Reifen hat rasante Fortschritte gebracht.
    Ein breiter Reifen läuft auf Asphalt weniger gut ab, als ein steinharter schmaler Rennreifen, das ist Fakt.
    Sobald jedoch die Unterlage uneben, steinig, sandig, grasig oder sogar verschneit wird, ändert sich das Bild drastisch.
    Moderne MTB-Reifen sind mit extrem weichen Seitenwänden ausgestattet, man fährt sie mit wenig Luftdruck, für Handbikes mit der Gewichtsverteilung auf drei Rädern reichen sogar Drücke zwischen 1.5 und 2.0 Bar. So passt sich der Reifen dem Untergrund an, schmiegt sich quasi über Steine und Geröll. Man erreicht somit sehr viel Grip und der Rollwiderstand verringert sich im Gegensatz zu einem harten Reifen welcher jeden Stein übersteigen muss. Nebenbei als gratis Beilage werden Schläge weggefedert und das Fahren wird komfortabler.

    Hinten Grip
    Normalerweise fahre ich für CrossCountry Touren vorne einen Smart Sam und hinten Sammy Slick mit ganz feinem Profil auf der Lauffläche. Das seitliche Profil ist, wie handmobil richtig bemerkt, für Handbikes unwichtig, da das Rad in Kurven nicht umgelegt wird.
    Aber....
    diese von Dieter Wohlfahrt und mir beschriebenen Steigungen wollen wir nach dem Genuss der Gipfelpause auch wieder sicher hinunter.
    Auf der Rigi 17 Tour zum Beispiel welche wir am 8. Juli befuhren, wählte ich eine grenzwertige Abfahrt mit Stellen von über 20% Gefälle auf relativ losem Kies. Alle nur mit dem Vorderrad bremsenden Handbiker kamen ins Schwitzen, weil das Handbike einfach über das Vorderrad schob. Die Teilnehmer mit den breiten grobstolligen Reifen konnten die Stelle geradeso meistern. Ein Teilnehmer mit Strassenbereifung hatte nicht die geringste Chance sein Bike zu stoppen. Ich musste mich vor ihn setzen, sodass er mir hinten auffahren konnte und ich ihn bremsen konnte.
    Die Bremswirkung meiner Sammy Slick hinten wirkte sich sehr bescheiden aus. An dieser Stelle wäre ich froh gewesen um mehr Grip hinten.
    Übrigens im Winter auf Schnee, Schneematsch oder Schlamm fahre ich vorne Mobby Nik und hinten Marathon MTB, eben für hinten mehr Grip.

    Radgrössen
    @Handmobil Gerne füge ich noch etwas zum "Festsaugen" im Waldboden an.
    Du beschreibst Deine guten Erfahrungen mit den schmalen 559er Conti-Reifen. Ich nehme mal an das waren ungefähr 30-559 Reifen. Mit dem Reifen bekämst Du ein Rad mit einem Durchmesser von ca 619mm. Würdest Du einen 57-559er Reifen montieren, bekämst Du einen Durchmesser von 673mm, also deutlich mehr Hebel und eine Auflage (bei einem Druck von ca 1.8 Bar) welche mehr als doppelt so gross ist, so saugt sich auch der Reifen deutlich weniger fest, auch bei sehr gemächlicher Fahrt.
    Und der berühmte Stein, welcher immer beim Losfahren genau vor dem Rad liegt, muss dein Reifen nicht mehr übersteigen sondern schmiegt sich einfach darum herum.
    Probiers mal.
  • re

    Blaubaer
    @Treadersteller
    Du schreibst oben, dass du das Bike in eine Golfklasse bekommen möchtest.
    Hast du die Möglichkeit das Handbike auch auf Anhänger, auf dem Dach oder auf nem AHK-Träger zu transportieren?

    Das Speedbike Comp CC (Länge 220 cm) passt bei mir grade so auf meinen Anhänger (Ladefläche 210 cm). Ohne Hinterreifen kann ich die Klappe noch schließen, mit montierten Rädern muss ich die Klappe abnehmen.

    @Handbike-Andi
    Zitat: "Ich fahre mit meinem Schmicking MTB-Longseat-Handbike im Wald über Treppenstufen bis 30cm Höhe aufwärts."

    30 cm klingt nach 2-3 Stufen am Stück, also eine "längere Treppe" wie am Ende dieses Videos vom Lasher ATH-FS* oder eher kurze Treppenstufen?
    https://www.youtube.com/watch?v=ujD8iQuXmJM
    Wieviel cm Bodenfreiheit hast du denn?
    In nem Schmicking MTB LS Video stand was von 220 mm

    Bei der längeren Treppe aus dem Video müsste ich mit dem Praschberger CCC S auch runter kommen. Steilere Treppen könnten eher schwierig sein.

    *(was mir am Lasher echt gut gefällt ist die vordere Federung)
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  • re

    handbike-andi.ch
    @blaubaer
    Im Wald (mind. bei uns in der Schweiz) werden steile Wanderwege oft gegen das Abrutschen gesichert. Dazu werden rechts und links zwei Pfähle in den Boden gerammt und quer ein Holzbrett eingelegt, dahinter wird mit Erde aufgefüllt. Um Arbeit zu sparen, werden diese Tritte oft bis zu 30cm hoch angelegt, dafür nur in 3-4 Meter Abständen.
    Ist dieses Brett relativ kantig, der Reifen grobstollig und weich und die Anfahrt eben gelingt die Auffahrt. Der Rahmen zieht dann kurz vor den Hinterrädern über das Brett.

    Das Schmicking hat in der Tat eine Bodenfreiheit von 220 mm. Zusammen mit dem kurzen Radstand ergibt das gute Möglichkeiten. Allerdings habe ich auch schon Schaden an solchen Brettern angerichtet, weil der Tritt bei Abfahrten doch zu hoch war und ich mit dem Rahmen aufschlug und morsche Bretter zerlegte.

    30cm ist ja nicht Alltag und funktioniert auch nur bei optimalen Voraussetzungen, Jedoch sind auch mit dem Praschberger schon ganz ordentliche Übergänge möglich.
    Leider sehen auf Videos die steilsten Strecken immer wie eine Sonntagsfahrt aus, trotzdem hier ein Beispiel:https://youtu.be/Dq1da2A23es

    Die vordere Federung beim Lasher ist leider noch nicht endgültig ausgereift, denn das Rad muss beim Einfedern nach vorne oben ausweichen, besser wäre nach hinten oben. Zudem erkauft man sich diesen Komfort mit viel Zusatzgewicht. Also eher ein Downhill-Spass.
    Spannende Idee.
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  • re

    Blaubaer
    @handbike-andi.ch
    Danke für dein Video (hätte ich auch Lust drauf), da sieht man doch dass das Schmicking mehr Bodenfreiheit hat als mein Praschberger, vielleicht kann man da noch am Dämpfergestänge was verstellen um höher zukommen.
    Matschige und zugewucherte Feldwege war bisher das, was ich hier vorgefunden habe.
    https://www.youtube.com/watch?v=kDaxZ6bbwFI
    Hier gibt es sonst mal sowas ... 😉
    https://www.youtube.com/watch?v=6Rwk-izmcCQ
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  • Helden wie ihr!

    Veit
    @Nepomuck und @handbike-andi.ch: "auf einer Schotterstraße bei 15-20% Steigung unterwegs" und "Treppenstufen bis 30cm aufwärts": Da kann ich nur neidvoll erblassen!
  • Die Tourdaten sagen alles ...

    Nepomuck
    und Ihr Kommentar Herr Riffer ist im Sinne dieser Forumsdiskussion bedeutungslos.
    Die Rigi-Tour fand im Rahmen eines Events der Paraklinik Notwill statt. Außer Andi und mir nahmen noch weitere Handbiker teil, siehe Foto. Hier nochmal der Link zu den Tourdaten http://handbike.de/wp/handbike-touren/read/190/ (Steigungswerte zum Nachlesen).
    Einfach mal selber hochfahren und dann weiß jeder was 15- 20% auf Schotter bedeuten und was möglich ist.
    Abschließend zurück zum Thema: vier verschiedene Bikes und alle auf ihre spezielle Art mtb-tauglich ... ganz besonders die Schmicking-Spezialanfertigung von Andi.
    Eingestellt am 21.07.2017 um 17:37 Uhr
    Zum Vergrößern auf das Bild klicken
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